Unsere Forschung

Mit modernsten Hochdurchsatz-Screenings und künstlicher Intelligenz wollen wir gefährdete Neugeborene frühzeitig erkennen und Strategien entwickeln, um die häufigste Form der Leukämie (ALL) im Kindesalter zu verhindern.
Für den Erfolg des Projekts arbeiten Ärzt:innen, Biolog:innen und Bioinformatiker:innen, Geburtshelfer:innen und technische Assistent:innen eng zusammen. Diese interdisziplinäre Expertise sorgt dafür, dass alle Aspekte – von der Diagnostik über molekulare Forschung bis hin zu Präventionsstrategien – optimal abgedeckt werden.
Sechs deutsche Standorte arbeiten in sieben Teilprojekten Hand in Hand, um dieses gemeinsame Ziel Wirklichkeit werden zu lassen.

Was wäre, wenn wir Leukämie bei Kindern verhindern könnten?

Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 600 Kinder an akuter lymphatischer Leukämie (ALL). Die Krankheit tritt typischerweise im Alter zwischen 2 und 5 Jahren auf und alarmierend ist, dass die Zahl der Neuerkrankungen jährlich steigt. 

Für die betroffenen Familien beginnt damit ein Kampf gegen die Zeit, gegen die Angst, gegen eine Krankheit, die das Leben ihrer Kinder bedroht.

Doch was, wenn dieser Kampf gar nicht erst beginnen müsste?

Unsere Vision ist ganz einfach: Wir wollen den Ausbruch der Leukämie bei Kindern verhindern.

Die Wissenschaft zeigt uns heute: Das ist möglich. Leukämie entsteht nicht über Nacht. Präleukämische Zellen können jahrelang im Körper unerkannt verbleiben, bis weitere genetische Veränderungen zum AUsbruch der Leukämie führen. Das Zeitfenster bis dahin bietet wertvolle Chancen für präventive Maßnahmen und gezielte Frühintervention.


Die Herausforderung

Krebs ist die zweithäufigste Todesursache bei Kindern in Industrieländern – und stellt damit eine der größten Herausforderungen der modernen Kinder- und Jugendmedizin dar. Die häufigste Krebserkrankung bei Kindern ist die akute lymphatische Leukämie (ALL), die typischerweise im Alter zwischen zwei und fünf Jahren auftritt. Alarmierend ist, dass die Zahl der Neuerkrankungen jährlich steigt. 

Trotz medizinischer Fortschritte bleibt die Behandlung bei etwa 20 Prozent der betroffenen Kinder erfolglos. Zwar haben zielgerichtete Therapien und Immuntherapien das Behandlungsspektrum erweitert, doch sie führen nur bei einem Teil der jungen Patient:innen zu dauerhaften Heilungserfolgen.  

Der Großteil der Therapien basiert weiterhin auf konventioneller Chemotherapie, die insbesondere für Kinder mit einem sich noch entwickelnden Organismus hochtoxisch ist. Die Folge: Zwei Drittel der Überlebenden leben mit langfristigen körperlichen und seelischen Folgen, wie kognitiven Einschränkungen, Zweittumoren, Unfruchtbarkeit oder Depressionen. Diese Belastungen beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen teilweise erheblich.


Ein neuer Ansatz: Früherkennung und frühzeitige Prävention

Immer mehr Studien zeigen, dass die Leukämie bei Kindern prinzipiell vermeidbar ist, da sie durch eine Kombination aus veränderbaren genetischen und umweltbedingten Risikofaktoren entsteht. Bereits vor der Geburt können präleukämische Zellen entstehen, die vom Immunsystem nicht erkannt werden und über Jahre im Körper verbleiben – bis sekundäre genetische Veränderungen zum Ausbruch der Leukämie führen. Das Zeitfenster bis dahin bietet wertvolle Chancen für präventive Maßnahmen und gezielte Frühintervention.

Unsere Motivation

Genau hier setzt unsere Forschung an: Wir wollen das Entstehen der Leukämie bei Kindern verhindern. In unserem interdisziplinären Forschungsprojekt entwickeln wir innovative Methoden, um eine genetische Veranlagerung und Risikofaktoren früh zu erkennen und rechtzeitig einzugreifen – bevor aus präleukämischen Zellen eine Leukämie wird.

Unsere Arbeit verbindet hochmoderne Labordiagnostik, Bioinformatik, künstliche Intelligenz und die Erforschung des menschlichen Mikrobioms, um neue Wege in der Prävention zu eröffnen.

Wir erforschen die Zukunft der Krebsprävention und danken dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt für die finanzielle Unterstützung dieses Forschunsgverbundes.


7 interdisziplinäre Forschungsprojekte im Überblick


P1: Schnelltest

Entwicklung einer Hochdurchsatz-Methode, um die gentische Veranlagung in Kindern schnell und kostengünstig zu finden.

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P2: Intelligenter Zellscanner

Mithilfe künstlicher Intelligenz und Hochgeschwindigkeits-Bildgebung werden in diesem Projekt präleukemische Zellen identifiziert.

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P3: Molekulare Textmarker

Entwicklung leuchtender Sonden zum Sichtbarmachen genetischer Veränderungen.

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P4: Training der frühen Abwehrkräfte

Untersuchung, wie frühe Infektionen und Umweltreize das Immunsystem der Kinder stärken und vor Leukämie schützen können.

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P5: Leukämieentstehung

Detaillierte Analyse der Leukämieentstehung und Entwicklung mittels modernster Einzelzell-Sequenzierung.

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P6/7: Bakterien und Prävention

Analyse des Darm-Mikrobioms als körpereigenes Frühwarnsystem und Schutzschild.

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